Der Energieausweis für Nichtwohngebäude


Auch für Nichtwohngebäude wird ab 1.Juli.2009 ein Energieausweis benötigt. Im Rahmen der Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie durch die EnEV 2007 werden Energieausweise nicht nur für bestehende Wohngebäude eingeführt, auch für bestehende Nichtwohngebäude, wie z.B. Bürogebäude, Schulen oder Läden, soweit sie auf normale Innentemperaturen beheizt oder gekühlt werden, müssen zukünftig Energieausweise ausgestellt werden.
Ebenso wie für Wohngebäude muss der Energieausweis bei Verkauf, Vermietung, Verpachtung oder Leasing den Kauf- oder Mietinteressenten zugänglich gemacht werden. Bei Nichtwohngebäuden besteht eine generelle Wahlfreiheit zwischen dem Bedarfsausweis und dem Verbrauchsausweis. Mit der EnEV 2007 wurde eine Übergangsfrist eingeführt, so dass Energieausweise für Nichtwohngebäude ab dem 1.7.2009 ausgestellt werden müssen.
In der am 1.10.2007 in Kraft getretenen Novelle der Energieeinsparverordnung (EnEV 2007) wird für die Bilanzierung von Nichtwohngebäuden die neue DIN V 18599:2007-02 als Berechnungsmethode in Bezug genommen.
Neben dem Energiebedarf für Beheizung und Warmwasserbereitung werden mit der DIN V 18599 auch Kühlung und Beleuchtung bilanziert. Anders als bei bisher bekannten Rechenverfahren aus dem Wohngebäudebereich werden Nichtwohngebäude bei der Berechnung des Energiebedarfs in Bereiche unterschiedlicher Nutzung und Konditionierung (betrifft Beheizung, Belüftung und Klimatisierung) gegliedert und in Zonen zusammengefasst.Ggf. erfolgt eine weitere Unterteilung in Unterzonen für Bereiche mit unterschiedlicher Tageslichtversorgung.
Die EU-Gebäuderichtlinie fordert von der öffentlichen Hand in Sachen Energieausweis mit gutem Beispiel voran zu gehen. Darum muss zukünftig (ab dem 1.7.2009) in allen Gebäuden über 1.000 m² Nutzfläche, in denen öffentliche Dienstleistungen erbracht werden und darum häufig von der Bevölkerung aufgesucht werden, ein Energieausweis an einer gut sichtbaren Stelle ausgehängt werden.

Wie sieht ein Energieausweis aus?

Beispiel für einen Bedarfsausweis für Wohngebäude. Der Ausweis besteht in der Regel aus 7 Seiten.





Wer benötigt einen Energieausweis?
In öffentlichen Gebäuden (Rathäusern, Schulen, Krankenhäusern etc.) mit mehr als 1000 m² Nutzfläche und regelmäßigem Publikumsverkehr muss ein Energieausweis ausgehängt werden. Ein Energieausweis ist im Regelfall 10 Jahre gültig. Für kleine Gebäude mit weniger als 50 m² Nutzfläche und für denkmalgeschützte Gebäude müssen keine Energieausweise ausgestellt werden.

Wer hat Anspruch auf einen Energieausweis?
Eigentümer oder Käufer eines Neubaus erhalten den Energieausweis von ihrem Architekten oder Bauträger. Potenzielle Mieter oder Käufer sollten sich den Energieausweis z. B. vor Vertragsverhandlungen vom Gebäudeeigentümer vorlegen lassen. Sie müssen hier aber u.U. selbst aktiv werden. Nach der EnEV 2007 muss der Eigentümer den Energieausweis spätestens auf Verlangen „zugänglich machen“, er ist jedoch nicht verpflichtet, den Energieausweis von sich aus aktiv ins Verkaufs- oder Vermietungsgespräch einzubringen. Die Aushändigung einer Kopie des Energieausweises ist gemäß EnEV 2007 nicht vorgeschrieben, dem potenziellen Mieter oder Käufer kann eine Kopie auf freiwilliger Basis ausgehändigt werden.

Sind Modernisierungsempfehlungen Pflicht?

Der Energieausweisaussteller ist in jedem Fall verpflichtet fachlich zu prüfen, ob und welche kostengünstigen Modernisierungsmöglichkeiten für das konkrete Gebäude möglich sind und das EnEV-Formblatt „Modernisierungsempfehlungen“ dem Energieausweis beizufügen. Falls keine Modernisierungsempfehlungen möglich sind – zum Beispiel bei Neubauten und kürzlich umfassend energetisch sanierten Gebäuden, muss er dies mit seiner Unterschrift auf dem Formblatt bestätigen.




Die Erstellung von Modernisierungsempfehlungen ist eine verpflichtende Vorgabe der EnEV 2007 und darf auch nicht durch eine Vereinbarung zwischen Eigentümer und Aussteller wegfallen. Die Modernisierungsempfehlungen dienen allerdings lediglich der Information des Eigentümers. Ihre Umsetzung ist nicht verpflichtend. Doch je höher die Energiepreise steigen, desto mehr lohnt sich für Eigentümer die energetische Sanierung ihres Gebäudes. Maßnahmen wie die Dämmung von Dach und Wänden oder das Erneuern der alten Heizungsanlage können den Energieverbrauch und die damit verbundenen Kosten erheblich senken. Sie verschaffen dem Eigentümer langfristig mehr finanzielle Freiheit und steigern den Marktwert des Gebäudes, denn der Faktor „energetische Qualität“ wird zu einem immer wichtigeren Kriterium für Mieter und Käufer.

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