Energiesparen, aber wie?

  • Eigenmaßnahmen

  • Schon mit geringem finaziellen Aufwand lassen sich einige Energiesparmaßnahmen umsetzen, so zum Bsp.: Bodeneinschubtreppen sind oft nicht nur schlecht gedämmt sondern sind auch noch undicht. Sie verursachen trotz relativ kleiner Fläche beachtliche Wärmeverluste, denn eine undichte Bodentreppe in Verbindung mit einer undichten Haustür bildet eine Art Kamin im Haus und führt zu starken Zugerscheinungen. Mit Styroporplatten (2-3 cm WLG 035) und dauerelastischem Dichtmaterial können in Eigenregie die schlimsten Mängel beseitigt werden.
    Auch Rollädenkästen sind oft beachtliche Wärmebrücken. Bei fehlender Dämmung können im Kastenbereich je nach Platzverhältnissen Styroporplatten angebracht werden und an der Gurtführung können Bürstendichtungen eingebaut werden. Schon durch solche, wenig Kosten verursachende Maßnahmen lassen sich die Heizkosten reduzieren und nebenbei erhöht sich der Wohnkomfort durch Verringerung von Zugerscheinungen. Sind im Keller oder Heizungsraum ungedämmte warmwasserführende Rohre? Wenn ja, sollten Sie diese Rohre unbedingt dämmen. Im Baumarkt gibt es für ca. 1 €/m Dämmhülsen, die Sie über die Rohrleitungen ziehen können.
    Siehe auch Energiesparen mit der Anlagentechnik und die Dämmstärke finden Sie in Die gesetzlichen Vorgaben der EnEv.

  • Das Dach dämmen

  • Welche Dach-Wärmedämmung für Ihr Dach optimal ist, hängt sowohl von der Konstruktion als auch von der Nutzung des Dachraums ab…

    Möglichkeiten der Wärmedämmung:

    Dämmung des Dachgeschosses, wenn der Spitzboden unbeheizt bleibt.


    Die Dämmung zwischen den Sparren ist das am häufigsten ausgeführte Dachdämmverfahren. Da hier die Dämmstoffstärke oft durch die Sparrentiefe begrenzt wird, sollte eine Zwischensparrendämmung mit einer Dämmung unter den Sparren (Traglattung quer zu den Sparren) kombiniert werden. Die Sparren bilden sonst Wärmebrücken (15-20 % der Dachfläche), die den Wärmeschutz bis zu 30 % verschlechtern.

    Um die erforderlichen Dämmstoffstärken zu erreichen wird zunehmend die Vollsparrendämmung eingesetzt. Hierbei wird die gesamte Sparrentiefe mit Dämmstoff verfüllt. Auf eine Belüftungsebene oberhalb der Wärmedämmung, zwischen Dämmstoff und der gegen Regen schützenden Unterspannbahn, wird verzichtet. Voraussetzung ist das sorgfältige Herstellen einer inneren Luftdichtung die gleichzeitig Dampfsperre ist. Gebräuchliche Materialien sind Polyäthylenfolien (PE), beschichtete Kraftpapiere, Holzfaserplatten oder Aluminiumfolien. Nur eine sorgfältig ausgeführte innere Luftdichtung und ein nach außen hin abnehmender Dampfwiderstand der gesamten Konstruktion gewährleistet Sicherheit vor Bauschäden.

    Zwischensparrendämmung
    Das Dämmmaterial liegt zwischen den Dachsparren. Die Dicke ist dann durch die Höhe der Sparren vorgegeben. Üblich bei ausgebautem Dachgeschoss.

    Aufsparrendämmung
    Die Dämmung liegt von außen auf den Dachsparren auf, also zwischen Sparren und Dachziegeln. Üblich bei ausgebautem Dachgeschoss.

    Untersparrendämmung
    Die Dämmschicht liegt von innen an den Dachsparren an, manchmal auch als Ergänzung zur Zwischensparrendämmung. Üblich bei nicht ausgebautem Dachgeschoss.
    Bei den Kosten erweist sich die Aufsparrendämmung als am teuersten. Die durchschnittlichen Kosten der Dach-Dämmung liegen bei 100 - 120 €/m² bei den üblichen Dämmmaterialien.

    Die oberste Geschoßdecke
    Wenn der Dachraum unbeheizt ist, braucht das Dach keine Wärmedämmung. Dann reicht die Dämmung der obersten Geschossdecke aus…
    Die zu dämmende Gebäudehülle umschließt den beheizten Wohnraum. Wenn aber der Dachraum nicht dazu gehört, reicht es die oberste Geschossdecke von oben zu dämmen. Wenn der Dachraum nicht zugänglich ist um die Dämmung zu verlegen, kann geprüft werden, ob eine Einblasdämmung möglich ist. Ob sich eine Dämmung der Decke von unten empfiehlt,hängt von der Raumhöhe ab.
    Die Kosten für die Dämmung der obersten Geschossdecke liegen bei etwa 20 - 35 €/m².

  • Fenster und Türen

  • Wichtig: Alte Fenster sollten auf jeden Fall saniert werden, denn selbst gute Wärmedämmung der Hauswände nützt wenig, wenn über die Fenster weiterhin die Wärme verloren geht. Beim energetischen Sanieren gilt daher den Fenstern, den Fensterrahmen und Türen besonderes Augenmerk…
    Fenster und Türen gehören zu den verlustreichsten Teilen der Gebäudehülle. Wenn Sie sich für einen umfassenden Wärmeschutz für ihr Haus entscheiden, dann müssen unbedingt auch die Fenster und Türen hinsichtlich der Wärmeverluste überprüft werden und zwar nicht nur die Scheiben, sondern auch die Rahmen.
    Beachten Sie: Wenn die Fenster erneuert werden ohne gleichzeitige Wärmedämmung der Hauswände kann es zu Problemen kommen. Wenn im Bereich von Wärmebrücken Wandbereiche kälter sind als die Fenster, kann der Taupunkt unterschritten werden und zu Schimmelbildung führen- siehe auch Wie kann man Schimmelbildung vermeiden?. Auch häufiges Lüften schafft dann meist nur vorübergehend Abhilfe. Beim Austausch der Fenster sind die Vorgaben der EnEv zu beachten- siehe EnEv-Anforderungen an Aussenbauteile

    Der U-Wert:
    Auch Fenster und Rahmen haben einen Wärmedurchgangskoeffizenten- den U-Wert-, der die Güte der Wärmedämmung angibt. Der Gesammt-U-Wert des Fensters errechnet sich aus Fenster und Rahmen und muss mindestens der neuen EnEV entsprechen, also maximal 1,7. Ein sehr guter U-Wert wäre 0,8.

    Die Verglasung:
    Nur ein Teil der auf das Fenster treffenden solaren Einstrahlung steht im Gebäude als Wärme zur Verfügung. Dieser Anteil wird durch den g-Wert, dem Energiedurchlassgrad, beschrieben. Normalglas hat einen g-Wert von ca. 0,85 ein Sonnenschutzglas von 0,3 bis 0,5.
    Berücksichtigen Sie auch, dass neue Fenster oft einen stärkeren Rahmen haben, wodurch sich die Glasfläche verkleinert und damit der Lichteinfall und dass durch Mehrfachverglasungen der Lichteinfall sich durch Reflexion verringert. Bei einer Dreifachverglasung beträgt die Reflexion 22% und kann sich durch Beschichtungen auf fast 30% erhöhen.
    Der sommerliche Wärmeschutz gewinnt durch Klimaveränderungen zunehmend an Bedeutung so dass Sie, wenn nicht schon vorhanden, über Außenjalousien nachdenken sollten und vergessen Sie nicht sich über die Einbruchssicherheit neuer Fenster zu informieren.
    Seit der Wärmeschutzverordnung von 1995 ist Wärmeschutzverglasung vorgeschrieben um die Wärmeverluste zu reduzieren. Zweischeiben-Isolierverglasung: 50 % geringerer Wärmeverlust als Einfachverglasung Dreischeibenwärmeschutzverglasung: 85 % geringerer Wärmeverlust als Einfachverglasung!
    Achten Sie beim Einbau von neuen Fenstern unbedingt darauf, dass Wärmebrücken möglichst vermieden werden.
    Die Kosten für neue Fenster liegen bei 100 - 400 €/m². Für die Fenster Sanierung gibt es Fördermöglichkeiten, siehe auch Welche Fördermittel können in Anspruch genommen werden?

  • Außenwände

  • Ungedämmt leiten auch die dicksten Wände wertvolle Heizwärme einfach nach außen ab. Unbehaglichkeit, Schimmel und Schädigung der Wände durch eindringende Feuchte können die Folge sein. Wie schon erwähnt, ist der Einbau neuer Fenster ohne Dämmung der Außenwände nicht sehr sinnvoll. Die Renovierung der Fassade ist auch das beste Mittel zur Schimmelbekämpfung. Wenn sowieso renoviert werden soll, ist der Preis für die Dämmung relativ gering, der Effekt aber riesig. Stimmt die Bilanz der Heizungsanlage, kann die Außendämmung den Energiebedarf um zwei Drittel senken!
    Als Sanierungsmöglichkeiten bieten sich unter anderen das Wärmedämmverbundsystem (WDVS) an.
    Wenn eine Backsteinfassade erhalten bleiben soll, können statt Putz auch Riemchen geklebt werden. Beachten Sie, dass Putzfassaden im laufe der Jahre veralgen können und neu gestrichen werden müssen, wenn sie nicht zum 'Schandfleck' werden sollen.

    Das Wärmedämmverbundsystem
    1. Strukturputz
    2. Armierungsgewebe
    3. Fassadendämmplatte
    4. Kleber
    5. Mauerwerk
    6. Innenputz


    Das Vorhangsystem
    1. Innenputz
    2. Mauerwerk
    3. Mineralwolle
    4. Horizontalriegel
    5. Vertikalständer
    6. Lattung
    7. Fassadenbekleidung
    8. Luftspalt


    Die hinterlüftete Vorhangfassade besteht aus vier Komponenten: Die Kosten für die Vorhangfassade werden in erster Linie durch die verwendete Außenwandbekleidung bestimmt, beginnend bei 55 € / m² (Schiefer) bis 300 €/m² (Steinplatten).
    Die Dämmung hat in der Regel nur einen Anteil von 15 - 20 % an den Gesamtkosten. Wirtschaftlich ist die Dämmung mit einer Vorhangfassade dann, wenn bei einer ohnehin anstehenden Instandsetzung der Fassade nur die Zusatzkosten für die Dämmung anfallen.
    Bei der Vorhangfassade kann von einem Nutzungszeitraum von mindestens 30 Jahren ausgegangen werden. Da die Fassadenelemente hinterlüftet werden, muss auf eine besonders sorgfältige und winddichte Verlegung der Dämmschicht geachtet werden, damit keine kalte Außenluft durch Fugen hinter die Dämmung gelangen kann. Der Dämmstoff sollte möglichst dicht an der Außenwand anliegen, 2-lagig mit versetzten Stößen verlegt sein und dicht an der Unterkonstruktion anliegen. Bei der Anbringung der Unterkonstruktion und bei dem Anschluss der Wärmedämmung an Fenster und Türen sind Wärmebrückeneffekte zu vermeiden.

    Kerndämmung
    heißt die volle Dämmung zwischen zwei Mauerwerkswänden bei zweischaligem Außenmauerwerk (Vor- und Hintermauerschale) oder zwischen Sparren (Zwischensparrendämmung) ohne den ansonsten notwendigen Luftspalt von mindestens 40 mm und ohne Lüftungsöffnungen oben und unten. Zur Dämmung können feste Materialien wie Stein- oder Mineralwolle, XPS, EPS oder Schüttgut verwendet werden.


    Die Dämmstoffe müssen dauerhaft wasserabweisend (hydrophobiert) sein und der genormten Anwendung der DIN 4108-10 (WZ=Dämmung von zweischaligen Wänden, Kerndämmung) entsprechen. Bei einer Kerndämmumg werden Entwässerungsöffnungen im Fußpunktbereich der Außenschale (5000 m² auf 20 m²) angebracht.

    Auch für die Sanierung der Außenwände gibt es Fördermöglichkeiten, siehe auch Welche Fördermittel können in Anspruch genommen werden?


  • Dämmung der Kellerdecke

  • Fußkälte im Wohnzimmer tritt oft in schlecht gedämmten Gebäuden auf. Weil die Kellerdecke häufig gar nicht oder nur gering gegenüber dem nicht beheizten Keller gedämmt ist, entstehen relativ niedrige Temperaturen an der Fußbodenoberfläche. Eine Kellerdeckendämmung kann hier Abhilfe schaffen. Die einfachste Art der nachträglichen Wärmedämmung von ebenen Massivdecken ist das Ankleben oder Andübeln von Dämmstoff an der Deckenunterseite.

    1. Stahlbetondecke
    2. Trittschall-

    3. dämmung
    4. Estrich
    5. PS-Hartschaum

    Stahlbetondecke mit Trittschalldämmung , U-Wert vorher 1,1 W/m²K, erreichter U-Wert 0,29 W/m² K mit 10 cm bis 12 cm Mineralfaserplatten.

    Die Dämmstoffdicke richtet sich häufig nach der vorhandenen Raumhöhe im Keller und der verbleibenden Höhe von Fenster- und Türstützen. Wenn möglich, sollten 8 bis 12 cm Dämmstoff eingeplant werden. Die Kosten einer einfachen Kellerdeckendämmung betragen 15 bis 30 Euro pro m², höhere Preise ergeben sich bei zusätzlicher Verkleidung mit Gipskartonplatten.
    Installationsleitungen (z.B. Wasser, Heizung, Elektro) bedürfen einer besonderen Beachtung. Deckenleuchten müssen eventuell neu befestigt und deren Anschlüsse verlängert werden.
    Es besteht auch die Möglichkeit, erst eine Unterkonstruktion mit Verkleidung einzubauen und nachträglich den Hohlraum mit Dämmstoff ausblasen zu lassen. Dieses Verfahren bietet sich bei Kellerdecken mit ungerader oder unebener Unterseite (Kappen- oder Gewölbedecken) an.

    Außenwanddämmung im Kellerbereich

    1. Innenputz
    2. Mauerwerk
    3. Kleber
    4. Fassadendämmplatte
    5. Sockelschiene
    6. Armierung
    7. Zementputz
    8. Perimeterdämmung
    9. Dämmstein

    Kellerdeckendämmung
    1. Innenputz
    2. Mauerwerk
    3. Isolierschicht
    4. PS-Hartschaum
    5. Stb.-Decke
    6. Trittschalldämmung
    7. Trennlage
    8. Estrich

    Wird eine Kellerdeckendämmung zusammen mit einer Außenwanddämmung durchgeführt, so sollte die Außenwanddämmung bis unter das Kellerdeckenniveau heruntergezogen werden (sog. Perimeterdämmung mit wasserabweisenden Platten), um Wärmebrücken zu vermeiden. Insbesondere bei durchgehenden Kellerdecken aus Beton besteht aufgrund des Wärmebrückeneffekts die Gefahr von Bauschäden und Schimmelbildung.
    Bei einer Beheizung des Kellers sollten die Außenwände und der Boden des Kellers gedämmt werden. Bei feuchten Kellern sollte die Dämmung von außen erfolgen (Perimeterdämmung).

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