Die Anlagetechnik sanieren


  • Wärmeerzeuger erneuern

  • In den letzten 16 Jahren hat die Heiztechnik eine rasante Entwicklung erfahren. Ein alter Standardkessel für Heizung und Warmwasser kann täglich die Wärme aus 2,5 l Heizöl verlieren. So bläst man bares Geld zum Schornstein raus…


    Die Energieausnutzung von Heizkesseln wird mit dem Nutzungsgrad gekennzeichnet, der alle Verluste eines Heizkessels (Abgas- und Oberflächen verluste) über ein Jahr berücksichtigt. Wie nebenstehende Grafik zeigt, liegen die Nutzungsgrade älterer Kessel bei 68% und teilweise darunter. Die Gesammtverluste älterer Anlagen sind noch viel höher, so dass sich Anlagewirkungsgrade von nur 45 bis 65% ergeben.Ursachen hierfür sind:


    Wird nun durch Wärmedämmmaßnahmen der Wärmebedarf verringert, reduziert sich die Kesselauslastung und der Nutzungsgrad des alten Heizkessels verschlechtert sich noch weiter, denn die Auskühl- und Oberflächenverluste steigen. Diese Verluste reduzieren sich auch nicht durch einen neuen Brenner. Mit einem Brennertausch können allenfalls die Abgasverluste reduziert werden.


    Die Lösung liegt beim Einbau eines Niedertemperatur oder sogar eines Niedertemperatur-Brennwertkessels.

    Die Vorteile des Niedertemperaturkessels: Die Vorteile des Niedertemperatur-Brennwertkessels:
    Eine alte Heizungsanlage die vor 1978 installiert wurde, muss laut EnEV sowieso entfernt werden, auch wenn der Brenner bereits erneuert wurde. Siehe EnEv-Nachrüstung von Gebäuden und Heizungsanlagen.

    Der untenstehende Vergleich zeigt aber, dass der Einbau eines Niedertemperatur oder Brennwertkessels sich lohnt:

    Brennstoffverluste pro Tag (Liter Heizöl oder Kubikmeter Erdgas):

    Umstell/Wechselbrandkessel vor 1987 3,4
    Öl-/Gasgebläsekessel vor 1978 2,5
    Gas-Spezialheizkessel vor 1978 2,3
    Öl-/Gasgebläseheizkessel 1978–941,7
    Gas-Spezialheizkessel 1978–19941,6
    Moderner Niedertemperatur-/Brennwertkessel  0,5


    Wenn Sie Ihre Heizungs- und Warmwasseranlage grundlegend sanieren wollen oder müssen, sollten Sie sich auf jeden Fall mit dem Gedanken beschäftigen, ob die Verwendung von regenerativen Energien nicht sinnvoller ist, als sich langfristig von immer knapper werdenden fossilen Brennstoffen abhängig zu machen. Eine Heizungsanlage auf Basis regenerativen Energien ist schon heute nur unwesentlich teurer als eine Ölheizung oder Gasheizung. Holzpelletöfen, Solaranlagen, Wärmepumpen und kleinen Blockheizkraftwerken gehört sicherlich die der Zukunft. schauen Sie sich hierzu die Seite Einsatz von regenerativen Energien an.

  • Rohrnetz und Pumpen

  • Rohrleitungen und Armaturen müssen ebenfalls sorgfältig gedämmt werden. Durch die gute Wärmeleitfähigkeit von Metallen, insbesondere von Kupfer, kann schnell ein hoher Wärmeverlust entstehen und einen guten Kesselwirkungsgrad ruinieren. Auch für die Dämmung warmwasserführender Leitungen macht die EnEV- Dämmung von Wärmeverteilungsleitungen.
    Hydraulischer Abgleich Die richtige Dimensionierung der Zirkulationspumpen und ein gehören ebenfalls zu einer effektiven Heizungsanlage.


    Echte "Stromfresser" sind dabei vor allem ungeregelte Geräte, wie sie bis vor wenigen Jahren Standard waren. Ihr Stromkostenanteil summiert sich bei einem durchschnittlichen Vierpersonenhaushalt auf über 100 Euro im Jahr. Um den stetig steigenden Strompreisen entgegen zu wirken, prüfen Sie, ob nicht langfristig der Einbau einer elektronisch geregelten Pumpe sinnvoll ist, denn nach ca. 6 bis 8 Jahren hat sich diese Investition meistens amortisiert.

  • Die Regelung der Heizungsanlage

  • Entscheidend für den Energieverbrauch der Heizungsanlage ist eine gut eingestellte optimierte Regelung. Folgende Eigenschaften sollte eine gute Heizungsregelung aufweisen.

  • Die Warmwasseraufbereitung

  • Etwa ein Achtel des Energieeinsatzes im Wohnbereich wird für die Warmwasserbereitung eingesetzt. In gut gedämmten Gebäuden steigt der Anteil am Gesamtwärmebedarf auf über ein Drittel. Während der Heizwärmebedarf durch verbesserten Wärmeschutz sinken wird, wird der Warmwasserbedarf bedingt durch steigende Komfortansprüche in Zukunft vermutlich leicht steigen. Anforderungen an die Warmwasserbereitung Bei zentralen Systemen wird das Warmwasser zentral erzeugt und über ein Warmwasser-Verteilnetz im Gebäude oder in der Wohnung verteilt. Da in diesem Fall meist der gleiche Wärmeerzeuger wie für die Heizung verwendet werden kann, stellt dies bei vorhandenem Warmwasser-Verteilnetz die kostengünstigste und i.d.R.auch effizienteste Warmwassererwärmung dar. Wenn das Rohrnetz sehr lang ist, und die Auskühlung während langer Entnahmepausen vermieden werden muss, ist aus hygienischen Gründen ein Warmwasser-Zirkulationssystem vorzusehen. Die Zirkulationspumpe muss selbsttätig abschaltbar sein (Steuerung mit Zeitprogramm, Zeitschaltuhr) und die zirkulierten Leitungen mindestens nach Anlage 5 der EnEv (siehe oben) gedämmt werden. Bedenken Sie, dass ein Zirkulationsystem mit Energieverlusten und zusätzlichem Stromverbrauch verbunden ist.
    Bei dezentraler Versorgung werden einzelne oder räumlich konzentrierte Warmwasser-Entnahmestellen von einem Trinkwasser-Erwärmer versorgt. Die Warmwasserleitungen sind in diesen Fällen sehr kurz und es ist kein Zirkulationssystem notwendig. Als Trinkwasser-Erwärmer können elektrische oder Gas-Durchlauferhitzer oder Elektro-Warmwasserspeicher verwendet werden. Die Warmwasserbereitung im Durchlaufprinzip ist energetisch günstiger, da keine Speicher-Wärmeverluste entstehen. Sinnvoll kann eine dezentrale Warmwasserbereitung dann sein, wenn vereinzelte Zapfstellen weit von der Wärmeerzeugung entfernt sind oder wenn an entfernten Zapfstellen selten Wasser benötigt wird.

    Wenn Sie Ihr Heizungssystem sanieren, prüfen Sie unbedingt, ob die Verwendung einer solaren Warmwasserbereitungs-Anlage möglich und sinnvoll ist. Siehe auch Einsatz von regenerativen Energien .

    Mit thermischen Solarkollektoren kann das Warmwasser im Sommer bis in die Übergangszeit hinein erwärmt werden. Sinnvoll dimensionierte Solaranlagen können zwischen 30 und 60% des Jahreswarmwasserbedarfs decken. Im Winter und bei nicht ausreichender Solarstrahlung erfolgt die Warmwassererwärmung über den Wärmeerzeuger der Heizungsanlage.

  • Die Lüftung

  • Richtig lüften : Entscheidend für eine gute Raumluftqualität ist das richtige Lüftungsverhalten: Wichtig ist sowohl die Art des Lüftens (Stoßlüftung statt Dauerlüftung), wie auch die Dauer (s. Graphik). Die Qualität der Raumluft und die Luftfeuchtigkeit werden so reduziert. Und: Auch der Energieverbrauch wird durch richtiges Lüften gesenkt. Während bei der Stoßlüftung mittels Durchzug große Luftmengen in kurzer Zeit ausgetauscht werden, wird bei gekippten Fenstern ein Großteil der aufsteigenden Warmluft des Heizkörpers direkt nach außen geführt. Bei dieser Art von Lüftung handelt es sich eher um eine Temperaturregulierung. Deshalb gilt grundsätzlich: Stoßlüftung statt Dauerlüftung.
    Neben der Möglichkeit, Energie einzusparen, gibt es noch zwei weitere Gründe, die für die Stoßlüftung sprechen. Das Auskühlen der Wände wird vermindert. Das Thermostatventil sollte natürlich zuvor heruntergedreht werden, damit nicht unnötig Wärme verloren geht. Entscheidend für eine gute Raumluftqualität ist das richtige Lüftungsverhalten. Wichtig ist sowohl die Art des Lüftens (Stoßlüftung statt Dauerlüftung), wie auch die Dauer (s. Graphik). Die Qualität der Raumluft und die Luftfeuchtigkeit werden so reduziert.
    Und: Auch der Energieverbrauch wird durch richtiges Lüften gesenkt. Dauer der Lüftung
    Je kälter es draußen ist, desto weniger Feuchtigkeit ist in der Außenluft und desto kürzer kann die Lüftungszeit sein. Die Tabelle unten gibt eine Faustregel für die Lüftungszeit im Laufe eines Jahres wieder. Die unterschiedlichen Zeiten hängen davon ab, wie hoch die Luftfeuchtigkeit in der Außenluft ist. Generell gilt:

    Dezember,Januar,Februar:5 Minuten
    März,November:10 Minuten
    April,Mai,September,Oktober:15 Minuten
    Juni,Juli,August:25 Minuten

    Lüftungsarten
    Die Fensterlüftung : Bei der üblichen Fensterlüftung variiert der Luftdurchsatz je nach Öffnungsstellung sehr stark: der Luftaustausch ist daher nur schwer zu dosieren.
    Fugenlüftung : Aufgrund von Undichtigkeiten an Fenstern, Türen und Rollladenkästen wird das Haus ständig belüftet. Die Luftmenge ist abhängig von den Wind- und Wetterverhältnissen und kann nicht reguliert werden. Natürlich geht hier eine Menge Energie verloren.
    Fazit : Eine Kombination von Fugen- und Fensterlüftung stellt keine ideale Lösung dar. Sie erfordert von den Bewohnern besondere Aufmerksamheit, um ausreichend und energiesparend zu lüften.
    Zu grundsätzlichen Lüftungsfragen siehe auch Wie lüfte ich richtig.

    Lüftungswärmeverluste : Bei der Suche nach Alternativen zur Fenster- und Fugenlüftung spielt sowohl der Energieaspekt, als auch die Lufthygiene (Staub- und Pollenfiltration) eine entscheidene Rolle. Die Wärmeverluste eines Gebäudes ergeben sich aus den Transmissionswärmeverlusten (Wärmeübertragung über die Außenwände, Fenster, Türen und Dach) und den Lüftungswärmeverlusten. Je moderner gebaut wird, desto größer ist bei der Fensterlüftung der Anteil der Lüftungswärmeverluste an den Gesamtwärmeverlusten. Die Lüftungswärmeverluste betragen:

    Lüftungsanlage
    Dadurch, dass sich der Anteil der Lüftungswärmeverluste mit zunehmend verbesserter Dämmung erhöht, ist es sinnvoll die Lüftung zu optimieren. Dies gilt für Bauherren, die nach der heutigen Energieeinsparverordnung bzw. Passivhäuser bauen. Für die optimierte Lüftung stehen zwei Möglichkeiten zur Auswahl:
    1.Abluftanlagen
    Mit Abluftanlagen wird vor allem der hygienisch notwendige Luftwechsel und damit eine hohe Raumluftqualität sichergestellt. Eine zusätzliche Senkung der Lüftungswärmeverluste in geringem Umfang erfolgt nur, wenn die Dichtheit der Gebäudehülle gut ist und wegen der spürbar guten Raumluftqualität eine Fensterlüftung weitgehend verzichtbar wird.
    2.Wohnungslüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung


    Zu-/Abluftsystem mit Wärmerück-
    gewinnung über Platten-
    wärmetauscher
    Die Bestandteile von Wärmerückgewinnungsanlagen sind:
    Nicht nur zur Reduzierung der Lüftungswärmeverluste ist zu empfehlen, eine optimierte Lüftung einzubauen. Auch die Luftfeuchtigkeit wird reguliert und eine mögliche Schimmelbildung vermieden. Da die Luft bei Lüftungsanlagen gefiltert wird, verbessert sich auch die Luftqualität, das heißt Schadstoffe und Pollen werden aus der Luft gefiltert.
    Durch Einsatz von Zu-/Abluftanlagen mit Wärmerückgewinnung lässt sich unter optimalen Bedingungen mindestens eine Halbierung der Lüftungswärmeverluste erzielen. Die mögliche Energieeinsparung ist jedoch neben der Güte der Anlage auch an bauliche Voraussetzungen gebunden. Die folgenden Voraussetzungen müssen sichergestellt sein, wenn ihr Einsatz zu einer Energie-und Kosteneinsparung führen soll:
    Zusammenfassende Betrachtung: Zum Seitenanfang