Energiesparen im Haushalt

Hintergrungpapier vom November 2006 des Umwelt-Bundes-Amtes
„Wie private Haushalte die Umwelt nutzen – Höherer Energieverbrauch trotz Effizienzsteigerungen“ – unter dieser Überschrift hat das Statistische Bundesamt (Destatis) am 14. November 2006 gemeinsam mit dem Umweltbundesamt (UBA) die neuesten Daten und Analysen aus den Umweltökonomischen Gesamtrechnungen (UGR) vorgestellt. Im Mittelpunkt der Analysen: der Energieverbrauch der privaten Haushalte für Wohnen. Die wichtigsten Ergebnisse:
Der Energieverbrauch der privaten Haushalte für Wohnen stieg von 1995 bis 2005 weiter an: um 3,5 Prozent. Und auch der Flächenverbrauch der privaten Haushalte bleibt auf hohem Niveau. Einzig der Wasserbrauch und der von den Haushalten verursachte Ausstoß an Luftschadstoffen und Treibhausgasen gehen zurück.
Interessant sind beim Energieverbrauch zwei Entwicklungen: In der Summe stieg der Energieverbrauch der Haushalte zwar von 1995 bis 2005. Aber es gibt Grund anzunehmen, dass sich diese Entwicklung nicht fortsetzen dürfte, denn: Zumindest seit 1999 – mit dem Anstieg der Energiepreise – geht der Energieverbrauch der privaten Haushalte zurück. Interessant ist zweitens, dass es in den vergangenen Jahren erhebliche Effizienzgewinne in einzelnen Bereichen gab, wie den Haushaltsgeräten, der energiesparenderen Produktion der in den Haushalten konsumierten Güter sowie bei der Senkung des Heizwärmebedarfs – etwa mit Hilfe besserer Wärmedämmung. Das zeigt, dass die technische Entwicklung bei der Energieeffizienz vorangeht. Dennoch bleibt festzuhalten: Das Saldo ist für den Zeitraum 1995 bis 2005 negativ. Die privaten Haushalte verbrauchten in diesen Jahren für Wohnen unter dem Strich mehr zusätzliche Energie, als sie einsparten. Die Gründe dafür sind mehr Single-Haushalte, mehr Wohnfläche pro Person und immer mehr Elektrogeräte pro privatem Haushalt.
Ziel muss es sein, die positiven Entwicklungen zu stärken und weitere Anreize für weitere Effizienzsteigerungen sowie für mehr Energiebewusstsein zu geben. Die Rahmenbedingungen sind günstig: Mit der Energieeffizienz-Richtlinie der Europäischen Union (EU) gibt es seit diesem Jahr verbindliche Energieein-sparziele für die EU-Länder.
Soweit das Umwelt-Bundes-Amt...

Gestiegener Stromverbrauch wegen gestiegener Geräteausstattung
Auf den Stromverbrauch der Haushalte für Kochen, Beleuchtung und Elektrogeräte wirken gegenläufige Effekte. Die technische Entwicklung der vergangenen Jahre führte zu einer erheblichen Steigerung der Energieeffizienz. Ein Beispiel: Eine Kühl-Gefrierkombination der Energieeffizienzklasse A++ verbraucht nur etwa ein Viertel des Stroms, den ein in die Energieeffizienzklasse C eingestuftes Gerät benötigt. Zwei Einflüsse kompensieren jedoch diesen Effizienzeffekt: Erstens macht sich der starke Anstieg der Ein- und Zwei-Personen-Haushalte bemerkbar – es gibt mehr Haushalte, in denen im Schnitt weniger Personen leben. Da in allen Haushalten eine gewisse Ausstattung mit Strom verbrauchenden Geräten besteht, nimmt der Stromverbrauch insgesamt zu, je mehr Haushalte es gibt. Zweitens veränderte sich die durchschnittliche Ausstattung mit Haushaltsgeräten im Zeitverlauf stark: Die Zahl der in privaten Haushalten genutzten Computer verdreifachte sich von 1993 bis 2003 (Daten für 2004 und 2005 liegen nicht vor); die Zahl der Wäschetrockner, Geschirrspülmaschinen und Mikrowellengeräte in privaten Haushalten verdoppelte sich nahezu. Vor allem die einkommensstarken Haushalte tragen zu diesem Trend bei. Nach den Daten des Statistischen Bundesamtes (Einkommens- und Verbrauchsstichprobe) nimmt die Elektrogeräte-Ausstattung der Haushalte mit steigendem Einkommen zu. Die Technisierung ist daher eine der wesentlichen Ursachen für den weiterhin steigenden Stromverbrauch der Haushalte.
Quelle Umwelt-Bundes-Amt

  • Einige Tipps um Energie zu sparen

  • Energiesparen beim Kochen:
  • Töpfe mit glattem Boden verwenden
  • mit möglichst wenig Flüssigkeit kochen
  • Beim Kochen und Braten Töpfe und Pfannen immer mit einem Deckel abdecken.
  • Gerichte mit langer Garzeit im Schnellkochtopf zubereiten
  • Restwärme nutzen: Kochplatte und Backrohr vor Ende der Garzeit der Gerichte abschalten

  • Energiesparen beim Waschen, Kühlen und Gefrieren:
  • nur Waschmaschinen der Energieeffizienzklasse A kaufen




  • Energiesparprogramme nutzen: 60 statt 90°C, 40 statt 60°C;
  • nur volle Maschinen waschen. Die ½-Taste spart nicht wesentlich.
  • Einzelnes Geschirr nicht unter fließendem Wasser spülen.
  • Nur für stark verschmutzte Wäsche ist das Vorwaschprogramm notwendig.
  • Bügeleisen vorher ausschalten und mit der Restwärme zu Ende bügeln
  • Größe des Kühl- und Gefrierschranks an den wirklichen Bedarf der Familie anpassen.
  • Luft ist der günstigste Wäschetrockner. Den Wäschetrockner nur in Ausnahmefällen benutzen.
  • Den Wäschetrockner nur in Ausnahmefällen benutzen.
  • Nur wirklich kalte Speisen gehören in den Kühl- und Gefrierschrank. Wenn nötig, warme Speisen vorher im Wasserbad herunterkühlen um verstärkte Eisbildung und höheren Energiebedarf zu vermeiden
  • Kühlschrank nicht neben Wärmequellen wie Heizung, Herd, Geschirrspüler oder Waschmaschine stellen
  • Immer die ganze Füllmenge von Waschmaschinen, Wäschetrocknern und Geschirrspülmaschinen nutzen.

  • Um zu überprüfen, ob Ihr Kühlschrank ein Energiefresser ist, können Sie den "Kühlcheck" von co2online benutzen:

    Kühlcheck click

    Einsparungen beim Stromverbrauch:
  • Moderne Elektrogeräte wie Fernseher, Computer, Videogeräte, Anrufbeantworter, HiFi-Anlagen oder Monitore verbrauchen auch im Standby-Modus erhebliche Mengen an Strom. Deswegen sollten diese immer durch den Netzschalter am Gerät ausgeschaltet werden. Eine große Hilfe ist hier eine Mehrfachsteckdose. Hier können mit einem Ein- Aus- Schalter gleich mehrere Geräte vom Netz getrennt werden. Ein wichtiger Beitrag zum Energiesparen im Haushalt.
  • LCD-Monitore brauchen nur halb soviel Energie wie Röhrenmonitore
  • Röhrenmonitore bei Pausen ausschalten
  • Stromsparfunktion des PCs benutzen: Die Festplatte ist für mehrere 10 000 Start-Stop-Zyklen ausgelegt, deren Zahl aber nie erreicht wird. Die meisten Rechner werden vorher ausgetauscht.
  • Auch Notebooks, schnurlose Telefone und Handys verbrauchen unnötig Strom, wenn sie dauernd am Netz bzw. auf der Ladestation hängen, da der Akku ständig aufgeladen wird und dabei Strom verbraucht. Also: Handys vom Netz und schnurlose Telefone von der Ladestation nehmen bzw. den Akku bei Netzbetrieb aus dem Notebook nehmen. Nur dann aufladen, wenn der Akku fast vollständig leer ist.


  • Hier können Sie einen Elektrogerätecheck machen, um sich
    über den Verbrach von Elektrogeräten zu informieren:
    click

    Von Zeit zu Zeit- spätestens aber wenn Ihr bisheriger Stromlieferant wieder einmal die Strompreise anheben will, sollten Sie sich auf dem Strommarkt umsehen, ob nicht ein anderer Lieferant günstigere Konditionen bietet.
    Nutzen Sie gleich den Strom-Tarifrechner von "Klima sucht Schutz":

    Ökostromrechner: click

    Beleuchtung:
  • Tageslicht nutzen so gut es geht
  • Abschaltautomatik in Flur oder Treppenhaus einbauen
  • helle, reflektierende Lampenschirme und weiße Wände verstärken die Beleuchtungswirkung
  • nur noch Energiesparlampen verwenden und beim Kauf auf das EU-Label achten.


  • Leistungsaufnahme und Helligkeit:
    Eine Energiesparlampe(ESL) erzeugt mit einem Bruchteil an Strom die gleiche Helligkeit wie eine Glühlampe. Als Faustregel gelten folgende Entsprechungen:
    Bild: Osram


    Glühlampe: Energiesparlampe
  • 25 Watt : 5 bis 7 Watt
  • 40 Watt : 7 bis 9 Watt
  • 60 Watt : 11 bis 16 Watt
  • 75 Watt : 15 bis 20 Watt
  • 100 Watt : 20 bis 23 Watt
  • Die höheren Werte gelten für Lampen mit zusätzlichem Glaskolben (ESL in Glühlampenform).
    Lichtfarben:
    ESL sind in verschiedenen Lichtfarben erhältlich. Dabei gilt:
  • 2.700 Kelvin und darunter = "extra-warmweiß" ("gemütlich")
  • 3.300 Kelvin und darunter = "warmweiß"
  • 5.000 Kelvin und darunter = "neutral-weiß" (Bürobeleuchtung)
  • 5000 Kelvin und mehr = "tageslichtweiß" (Beleuchtung von Verkaufsräumen)

  • Farbwiedergabe:
    Je nach Lichtquelle gibt künstliches Licht Farben in unterschiedlicher Qualität wider. Die Farbtreue von Lampen wird mit einer Kennzahl ausgedrückt.
    Die Skala reicht dabei von 1 bis 4.
  • Eine 1 bedeutet "sehr gut",
  • eine 4 "ausreichend".
  • Glühlampen besitzen in der Regel den Wert 1A - Energiesparlampen 1B. Wo es auf die Güte der Farbwiedergabe nicht so sehr ankommt (zum Beispiel bei der Außenbeleuchtung), kann man auf eine ESL mit geringerer Farbwiedergabequalität zurückgreifen.

    Energiesparen beim Warmwasser:
  • Beim Einseifen, Zähneputzen und unter der Dusche immer das Wasser abstellen, wenn es nicht mehr benötigt wird
  • Auch Wasser-Durchflussbegrenzer leisten ihren Beitrag zum Energie sparen im Haushalt
  • In Küche und Bad Einhebel-Wassermischer mit Mengen- und Warmwasserbremse verwenden.
  • Bei älteren Armaturen können zwischen Hahn und Düse Mengenbegrenzer eingeschraubt werden (ausser bei solchen mit Durchlauferhitzern und drucklosen Erwärmern).
  • Ab und zu alle Wasserhahndüsen entkalken oder neue kaufen: Die Düsen mischen dem Wasser normalerweise Luft bei und verringern somit die Wassermenge. Wenn die Düsen verkalkt sind, geschieht das nicht.
  • Sparbrausen aufschrauben (ENERGY-Label beachten): Mit solchen Brausen werden bis 50 Prozent weniger Wasser und Energie verbraucht.
  • Zum Abwaschen Geschirrspüler verwenden. Es braucht Sie kein schlechtes Gewissen zu plagen: Reinigen Sie Ihr Geschirr im Geschirrspüler, verbrauchen Sie erheblich weniger Wasser und Energie als beim Abwasch im Becken – vorausgesetzt die Maschine ist gefüllt. Verwenden Sie aber phosphatfreie Spülmittel.


  • Duschen statt baden
    Zum Duschen braucht es weniger warmes Wasser als zum Baden: Für ein warmes Bad benötigen Sie rund 100 Liter Warmwasser (60 Grad) und 50 Liter kaltes Wasser, für eine Dusche jedoch nur 50 Liter warmes Wasser (40 Grad).


    Beim Duschen mit herkömmlichen Brausen spülen Sie bis zu 24,5 l/min in den Ausfluss.

    Bis zur Hälfte mehr Wasser, als Sie für Komfort, für Wohlgefühl und für eine gute Reinigung effektiv benötigen.

    Es gibt Möglichkeiten, durch innovative Duschköpfe Wasser zu sparen ohne auf Komfort verzichten zu müssen




    Wie Sie warmes Wasser sinnvoll nutzen können, zeigt das Beispiel einer 4-köpfigen Familie. Siehe Tabelle



    Beim Öffnen des Warmwasserhahns oder des Einhebelmischers in Mittelstellung zum Händewaschen fliesst aus der Warmwasserleitung zunächst kaltes Wasser. Bis das nachfliessende Warmwasser Sie erreicht, sind Ihre Hände bereits sauber. Das aufgeheizte Warmwasser kühlt ungebraucht in der Warmwasserleitung wieder aus.
    Fazit: Sie zahlen bei jedem Händewaschen
    ca. 1,5 l Warmwasser, das Ihnen gar nichts nützt.
    Quelle: HappyShower


    Verbrausort ltr/min ltr/Tag
    alt neu alt neu
    Dusche 18 12 210 140
    Waschtisch, Bidet 15 9 90 50

    Gesamtverbrauch/Jahr alt 111000 ltr
    Gesamtverbrauch/Jahr neu 72000 ltr
    Einsparung/Jahr 40000 ltr

    gesparte Wasserkosten/Jahr* 120 €
    gesparte
    Energiekosten/Jahr*
    315 €
    *Basispreis Wasser 3,-€/m3 incl. Abwasser
     Heizölpreis März 2008 0,80€/ltr
     Strompreis 0,20€/kWh


    Die Ausgaben für Sparprodukte hat die Familie innerhalb weniger Monate amortisiert.

    Vermeiden Sie aber auch dieVerschwendung von kaltem Wasser. Wenn das Einlauf- oder das Auslaufventil des WC-Spülkastens undicht oder verkalkt ist und ständig Wasser läuft, muss der Kasten repariert oder ersetzt werden. Ein undichter Kasten braucht bis
    50 000 Liter Wasser pro Jahr, was Sie 150 € Wasser- und Abwassergebühren kostet. Lassen Sie Zweimengen-Spülkästen montieren. Tropfende Hahnen müssen reparieren werden.

    Weitere Informationen über Sparmöglichkeiten im Haushalt erhalten Sie bei der Deutschen Energie-Agentur (dena) unter Energieeffizienz oder Energieverbraucher