Der hydraulische Abgleich

  • Die Notwendigkeit des hydraulischen Abgleichs.

  • Die Wärmeversorgung von Gebäuden mittels Pumpenwarmwassersystemen ist in Deutschland die häufigste Art der Beheizung. Ein maßgeblicher Gesichtspunkt, solche Anlagen energetisch besonders sparsam betreiben zu können, besteht in einer einwandfreien Versorgung der einzelnen Heizkörper (Verbraucher) mit Heizwasser durch den Einsatz von Umwälzpumpen. Diese überwinden die Druckverluste im Verteilnetz und sorgen für die Zirkulation des Heizwassers vom Wärmeerzeuger zu den Verbrauchern und zurück. Bei mangelhaftem hydraulischen Abgleich kann es jedoch zur Überversorgung strömungstechnisch bevorzugter und/ oder zur Unterversorgung ungünstig gelegener Verbraucher kommen. Wird dieser Mangel der Anlage durch die Erhöhung der Pumpenleistung korrigiert, ist der mangelhafte hydraulische Abgleich ursächlich an einem unnötig hohen Stromverbrauch beteiligt. Der hierdurch verursachte Mehrverbrauch der Pumpe kann ein Vielfaches der benötigten Aufnahmeleistung betragen.



  • Technische und komfortbedingte Gründe für den hydraulischen Abgleich

  • Die Folgen:
  • Wirtschaftliche Gründe für den hydraulischen Abgleich

  • Die Erhöhung der Pumpenleistung an Stelle der Durchführung eines hydraulischen Abgleichs bedeutet:

    Maßnahmen zum hydraulischen Abgleich.
    Beim hydraulischen Abgleich handelt es sich um die Sicherstellung des erforderlichen Durchflusses für die einzelnen Verbraucher. Die damit erzielte optimale Wasserverteilung sorgt dann für den bestimmungsgemäßen Betrieb aller Anlagenteile, wie es die VOB/DIN 18 380 fordert. Dafür ist es notwendig, den Durchfluß zum Verbraucher einzuregulieren und damit auf dessen Auslegungsvolumenstrom zu begrenzen. Zusätzlich ist der Differenzdruck am Verbraucher gering und möglichst konstant zu halten. Der Abgleich durch Abstufung der Rohrdimensionen, Einstellung von Strangregulierventilen oder durch spezielle hydraulische Schaltungen – wie das Tichelmannsystem – bringen dabei in der Regel keine ausreichende Abhilfe, da sich die Durchflüsse ständig ändern. Der Abgleich erfolgt daher zusätzlich in Form voreinstellbarer Thermostatventile oder Rücklaufverschraubungen an jeder Raumheizfläche. Üblicherweise ist dafür das Ventil zunächst so auszuwählen und auch einzustellen, daß es bei einem Auslegungs-Differenzdruck von idealerweise 30-100 mbar den Volumenstrom durchläßt, der die für den bestimmungsgemäßen Betrieb erforderliche Wärmeleistung bei der gewählten Temperaturspreizung erbringt. Als Maximalwert gelten für den Auslegungs-Differenzdruck 200 mbar.

    Praxiswerte für Temperaturspreizung sind:
    Quelle: Energieargentur NRW